Jack3d – wieso verboten?

Der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln im Bereich der Workout-Booster gleicht seit vielen Jahren einem nahezu unüberschaubaren Sammelsurium aus Pulvern, Kapseln und Tabletten. Bekanntlich sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, und auch das reichhaltige Angebot der Sporternährung bildet hier leider keine Ausnahme.
Hin und wieder tauchen allerdings Produkte auf, die sich wie eine Palme auf einer einsamen Lichtung in einem Kiefernwald abhebt – sei es nun im positiven oder auch im negativen Sinne.

Eines dieser Supplemente ist USP Labs Jack3d – ein Booster, der in den letzten Jahren für viel Furore sorgte und seither beinahe den Status einer Legende erreicht hat. Jack3d ist seit Juli 2012 aufgrund eines EU-weiten Verkaufsverbots endgültig vom Markt verschwunden; ein Schock für viele Anhänger von Jack3d, galt das Produkt in Szenekreisen doch als heiliger Gral unter den Boostern. Was Jack3d so einzigartig machte, war letztlich auch der Grund für dessen Untergang: eine Substanz namens 1,3-Dimethylamylamine (auch Methylhexanamine oder Geranium genannt, abgekürzt als DMAA), die vor vielen Jahrzehnten ursprünglich als Mittel zur Linderung von Beschwerden im Nasen-Rachen-Bereich verwendet wurde. Die Substanz zeigte ferner noch eine Reihe weiterer Wirkungen, die im Jahre 2010 von der Welt-Anti-Doping-Agentur letztlich für eine Einstufung als Dopingmittel verantwortlich waren [1]:

Sicherlich interessante Eigenschaften für einen Booster, doch die Einnahme von Jack3d hatte auch einige Nebenwirkungen: nach relativ kurzer Zeit klagten einige Verbraucher über leichte Depressionen und Antriebslosigkeit.
Der breiten Öffentlichkeit wurde DMAA bekannt, als Im Jahre 2011 zwei US-Soldaten während des körperlichen Trainings einen Kreislaufzusammenbruch erlitten und kurz darauf an Herzversagen starben. Es ist zwar nicht nachgewiesen worden, dass die Soldaten insbesondere auf Jack3d zurückgriffen, allerdings wurde nach relativ kurzer Zeit der Verkauf sämtlicher Nahrungsergänzungsmittel, die DMAA enthielten, verboten. Es ist prinzipiell fraglich, ob DMAA als Hauptursache für den Tod der beiden Männer verantwortlich war, und falls ja, steht immer noch im Raum, ob die empfohlene Tagesdosis auch tatsächlich eingehalten wurde.
Massive Überdosierungen in der Absicht, die Wirkungen bestimmter Substanzen zu steigern, sind in unserem Sport nicht selten. Häufig lässt sich die positive Wirkung nur bis zu einem bestimmten Maß steigern, ehe negative Begleiterscheinungen in einem oft überproportionalen Maß steigen.

Der Verzehr von Jack3d in den angegebenen Mengen war sicherlich nicht schädlich, da bei der Bestimmung der verzehrbaren Höchstmengen von isolierten Substanzen strenge Regeln vorliegen. Für gewöhnlich bestimmt man durch Tier- oder Menschenversuche die Höchstmenge eines Stoffs, bei der keine Nebenwirkungen mehr zu beobachten sind und dividiert diesen Wert durch den Sicherheitsfaktor 100 oder 1000, um die empfohlene Verzehrmenge zu bestimmen. Eine akute oder chronische Vergiftung mit einer Substanz bei sachgemäßer Anwendung eines Lebensmittels ist also mit sehr großer Sicherheit vollkommen ausgeschlossen.
Eine Überdosierung mit tödlicher Folge, sei es nun durch Jack3d oder andere besondere Stimulanzien, ist also immer eine Frage der Vernunft. Wer statt der empfohlenen 30-40 mg DMAA die 20- oder sogar 30fache Menge zu sich nimmt, spielt mit seiner Gesundheit. Dies gilt nicht nur für Jack3d, sondern auch für Coffein, Phytosterole, Vitamine und viele andere Substanzen, die wir über unsere normale tägliche Ernährung zu uns nehmen.

Den Nachfolger zu Jack3d  – Jack3d micro ohne DMAA – gibt es übrigens seit kurzem in unserem Online-Shop!

 

Quellen:
1. http://www.dopinginfo.de/rubriken/00_home/00_methex.html
2. http://www.drugs-forum.com/forum/showwiki.php?title=Methylhexanamine