Fazit der Arnold Schwarzenegger Classic

Das erste alljährliche Highlight des Wettkampf-Bodybuildings ist nun auch wieder vorbei – aus deutscher Sicht besonders spannend gewesen, sorgte die diesjährige Arnold Schwarzenegger Classic für besonders viel Gesprächsstoff.

Branch Warren konnte seinen Titel dieses Jahr trotz massiver Beinverletzung im September letzten Jahres verteidigen und erhielt neben der Haupttrophäe den Most Muscular Award sowie den Best Poser Award. Dennis Wolf brachte pünktlich zum Wettkampf seine bisherige Topform, beeindruckte mit stark verbesserten Schwachstellen im Rückenbereich und Beinbizeps und belegte knapp vor Evan Centopani den zweiten Platz. Letzterer beeindruckte mit gewohnter Härte und einem kompletten Körperbau ohne nennenswerte Schwächen.
Überraschend stark präsentierte sich Ben Pakulski, der wahrscheinlich die beste Beinentwicklung aller Athleten im gesamten Teilnehmerfeld auf die Bühne brachte. Verbessert Ben seine bisher etwas schwachen Rücken, wird man diesen Athleten für kommende Jahre definitiv im Auge behalten müssen.
Auf Platz 5 landete der ehemalige Mr. Olympia Dexter Jackson – immer noch mit einer außergewöhnlichen Linie und nahezu perfekten Proportionen wirkte Dexter massiver denn je, büßte allerdings offenbar auch ein Quäntchen seiner gewohnten messerscharfen Härte ein (für das vergleichsweise hohe Alter von 43 Jahren allerdings immer noch eine phänomenale Leistung).
Lionel Beyeke belegte Platz 6. Der Franzose gilt in Fachkreisen als kommender Anwärter auf den Titel des Mr. Olympia – eine perfekte Linie, volle und runde Muskelbäuche und keine nennenswerten muskulären Schwächen erinnern zurecht an die Qualitäten des alten Flex Wheelers. Bringt Lioneleine konurrenzfähige Härte und etwas mehr Masse, wird er derjenige sein, den es künftig zu schlagen gilt.

Die weiteren Platzierungen in der Kurzübersicht:
7. Platz: Brandon Curry
8. Platz: Shawn Rhoden
9. Platz: Michael Kefalianos
10. Platz: Eduardo Correa
11. Platz: Fouad Abiad
12. Platz: Ben White
13. Platz: Gustavo Badell
14. Platz: Matthias Botthof

Insgesamt verlief aus deutscher Sicht die diesjährige Arnold Schwarzenegger Classic relativ enttäuschend. Zwar konnte sich Dennis Wolf Platz 2 sichern, allerdings war mit den Verbesserungen und der phänomenalen Form der Titelgewinn angepeilt. Auch aus Sicht der Internet-Community und einiger wichtiger Größen des Sports (Shawn Ray, Kevin Levrone, Peter McGough uvm.) hätte der Sieg – insbesondere der Best Posing Award – an Wolf gehen müssen. Welche Faktoren nun schlussendlich den Ausschlag für Branch Warren, der trotz einiger offensichtlicher muskulären und strukturellen Schwächen mit Idealpunktzahl gewann, gaben, wird man wohl nicht mehr erfahren. Dennis ließ allerdings bereits verlauten, dass er sich von der enttäuschenden Platzierung nicht entmutigen lassen und bald wieder – vermutlich beim diesjährigen Mr. Olympia Contest – angreifen wird.
Auch für Matthias Botthof verlief der Wettkampf nicht optimal. Botthof, der letztes Jahr bei der ASC noch als Amateur startete und einen Überraschungssieg verzeichnen konnte, belegte nun bei den Profis den letzten Platz im Teilnehmerfeld. Insbesondere Probleme bei der Anreise durch den Frankfurter Fluglotsenstreik zehrten Matthias doch stärker aus als erwartet. Wir wünschen Matthias an dieser Stelle auf jeden Fall alles Gute für weitere Profi-Wettkämpfe und hoffen, dass er sich nicht entmutigen lässt und dem Profi-Business noch ein paar Jahre erhalten bleibt!